Bode-Wehranlage Krottorf

23.02.2016

Wir fordern den Wehrrückbau!

Der Vorstand des AVO setzt sich für einen vollständigen Rückbau des Bodewehres Krottorf ein. Laut Pressemitteilung plant der LHW lediglich die Errichtung einer Fischwanderhilfe am Wehr. Wir erachten diese allerdings als überflüssig und als schlechte Lösung. Der AVO fordert den vollständigen Rückbau des Wehres und die Umsetzung unseres Vorschlages, da dieser den EU-Forderungen eher entspricht als die Errichtung einer einfachen Fischwanderhilfe.

Das Bodewehr dient nur der Wasserversorgung des abzweigenden Mühlgrabens. Diese ist aber auch mit anderen Möglichkeiten zu gewährleisten. Man könnte dafür einen Sohlriegel oder eine Sohlgleite errichten. Der Stauraum würde entfallen und die Bode kann sich hier wieder zu einem Bereich der Barbenregion zurückentwickeln. Die hohen Ufer würden irgendwann abbrechen und damit zu Baumaterial für den Fluss, zur Schaffung von  typischen Habitaten.

 Stauräume weisen keine typischen Strukturen der jeweiligen Region auf und bergen ökologische Probleme in sich. Die Fischbestände sind eher dünn und bestehen aus untypischen, anspruchslosen Arten. Mit einem Wegfall des Stauraumes, der Erhöhung der Strömungsdynamik und der damit verbundenen Struktur-bzw. Habitatsbildung wird mehr Lebensraum für Neunaugen, Barben, Forellen, Äschen u.a. typischen Arten entstehen. Dies würde den Vorgaben der EU-WRRL sowie der FFH-RL vollständig entsprechen und ist somit als Vorzugslösung anzusehen.

 Fischwanderhilfen sind immer nur ein schlechter Kompromiss gegenüber der freien Durchwanderbarkeit eines Flusses. Neueste Gutachten belegen eindeutig, dass die überwältigende Mehrheit nicht funktioniert, da sie für wanderwillige Fische und andere aquatische Lebewesen, mangels Leitströmung nicht auffindbar sind.

Der Wegfall des Stauraumes dürfte auch aus Sicht des Hochwasserschutzes ebenfalls günstig sein, da der freie Abfluss des Wassers immer vorteilhaft ist. Ein Erhalt des Stauraumes stünde dem freien Abfluss weiterhin entgegen.

Sollte unser Vorschlag realisiert werden, wird sich mit dem Anstieg des Habitatdargebotes, auch ein Anstieg des typischen Fischbestandes der Barbenregion einstellen. Somit bringt unser Vorschlag nur Vorteile für alle Beteiligten und vor allem für die Bode, auf dem Weg zurück zu einem F L U S S !

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Bode-Wehranlage Krottorf