Ansiedlung Zährte

21.09.2020

Weitere Fischart offenbar erfolgreich wieder angesiedelt

Seit vielen Jahren bemüht sich der AVO um Wiederansiedlungen ausgestorbener oder verschollener Fischarten in seinem Pachtabschnitt und  kann bereits  auf bemerkenswerte Erfolge verweisen. Während  zu Zeiten der Stauhaltung in Oschersleben nur sehr  wenige Arten  nachgewiesen werden konnten, hat sich die Artenzahl  nach Ende der Stauhaltung und  die  dadurch  erfolgte Eigenrenaturierung durch die freie Strömung ,  auf aktuell  mehr als 24 Arten vervielfacht. Fische bilden  eine  wichtige Qualitätskomponente, an der  sich der ökologische Zustand eines Gewässers nach EU-Wasserrahmenrichtlinie bemisst. Je mehr Arten der ursprünglichen Fischfauna wieder  vorhanden sind, umso besser fällt  die Einstufung gemäß Wasserrahmenrichtlinie aus.

Nach einigen anderen Arten zuvor haben wir nun versucht , die Zährte (Vimba vimba) wieder anzusiedeln. Zährten, andernorts auch Rußnasen genannt, gehören zur Familie der Weißfische. Sie werden bis zu 50 cm lang und ca.1 kg schwer. Zur Laichzeit von Mitte April bis etwa Ende Juli vollziehen sie lange Laichwanderungen flussaufwärts in die Barbenregion, um sich dort in flachen kiesigen, oder pflanzenreichen Bereichen fortzupflanzen. Die Männchen tragen zu dieser Zeit ein farbenfrohes Laichkleid, Bauchseite und Flossen  leuchten orange bis rot, während  Rücken- und  Schwanzflosse  schwarz bis blauschwarz erscheinen.

Nach dem Laichgeschäft kehren die Zährten teilweise wieder   in weiter flussabwärts gelegene Bereiche zurück, um im nächsten Jahr erneut ihrem Instinkt zu folgen.

Bereits 2017 besetzten wir den Abschnitt zwischen Gröningen und Oschersleben mit jungen Zährten. Der guten fachlichen Praxis für Besatzmaßnahmen entsprechend  ,kamen dazu ausschließlich Jungfische aus dem Einzugsgebiet der Elbe zum Einsatz. Seit einiger Zeit  melden   unsere  Mitglieder nun dem Vorstand regelmäßig  Fänge von jungen Zährten, die nach unserer Einschätzung aufgrund ihrer Größe, bzw. ihrer Altersklasse  sehr  wahrscheinlich Nachkommen des damaligen Besatzes sind. Erfreut gehen wir zunächst  davon aus, dass die  Wiederansiedlung der Zährte  geglückt ist und bereiten weitere Maßnahmen vor, um weiteren ausgestorbenen oder verschollenen Fischarten in der Bode wieder eine Heimat zu geben.

Finanziert wurde die Wiederansiedlung ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen.

 

Foto: Zährte, gefangen 09/2020